Beziehung und Schulerfolg…

Es bleibt schwierig...

Es bleibt schwierig…

Wenn Lehrer und Schüler (allgemein alle Menschen) längere Zeit miteinander zu tun haben entsteht „Beziehung“. Joachim Bauer erkennt hier wechselseitige Spiegelungs- und Resonanzvorgänge mit einem Produkt aus zwei Bausteinen: Einfühlung und Führung. Beide bedürfen einer sorfältigen Regulierung auf der Nähe-Distanz-Skala. Kann man DAS lernen? Ganz klares JA! Der Schlüssel dazu: kooperatives Lernen: KL (wen wunderts…). Ein wesentlicher Baustein des KL: Wertschätzung! Gesehen und wertgeschätzt werden ist Voraussetzung für die Aktivierung der Motivationssysteme des menschlichen Gehirns.

Dazu sind wir mit etwas sehr Tollem ausgestattet: Spiegel-Nervenzellen! Diese springen an, wenn wir andere Menschen handeln sehen und lassen uns auch fühlen, was andere fühlen (Freude, Traurigkeit, Begeisterung, Desinteresse, Wohlbefinden, Schmerz,…). Spiegelzellen können uns auch „anstecken“: Sprache und Körpersprache werden von uns bewusst und unbewusst wahrgenommen.

Joachim Bauer dazu:

Damit also drei Auträge von Schülern an uns:

  1. Lass mich spüren, dass ich da bin, dass ich für dich existiere!
  2. Zeige mir durch deine Resonanzen, was meine starken und schwachen Seiten sind.
  3. Lass mich spüren, ob du – bei aller Kritik – an mich und meine Entwicklungspotenziale glaubst!

DAS kann kein dozierender Frontalunterricht leisten. Wo liegen die Festhalte- und Klammergründe am Frontalunterricht?

  • die eigene Schulerfahrung (mächtiger Einfluss!)
  • subjektive Lerntheorie: Vermittlung statt Konstruktion
  • Kontrollverlustängste
  • Misstrauen gegenüber unfleissigen Schülern
  • Vorbereitungsaufwand
  • steile und lange Lernkurve zum kooperativen Lernen

Es sind drei Faktoren aus der Motivationstheorie die hier greifen:

  • dazugehören (sozialer Anschluss)
  • Könnenserlebnisse (Selbstwirksamkeit)
  • Ich bin jemand (Autonomierlebnis)

Es braucht wohl einen langen Atem – insbesondere in MV – bis dies greift oder die ignorierende Generation verrentet ist. Bei uns kommt alles 100 Jahre später, dafür halten wir aber auch um so länger daran fest.

Liebe Grüße an Norm Green im kooperativen Himmel und Kathy in Kanada. 🙂