Esoteriker, Homöopathen und Rotkäppchen

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel...

Herr, schmeiß Hirn vom Himmel…

Immer und immer wieder kommt das Argument: “es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als sich unsere Schulweisheit träumen lässt”, als reflexartige Antwort und als HIER-IST-DER-BEGRÜNDETE-DIALOG-ZU-ENDE-WAFFE in allen erdenkenswürdigen Situationen. Im Gespräch mit Esoterikern, Homöopathen und Theologen kann man nur verlieren. Denn die können immer einfach eine Behauptung nach der anderen rauswerfen – um Beweise und Falsifizierbarkeit (Eigenschaft einer Aussage, empirisch widerlegbar zu sein) müssen sie sich ja nicht kümmern. Und man kommt immer wieder in die Verlegenheit diesen Hokuspokus wie eine gleichberechtigte, alternative wissenschaftliche Hypothese zu diskutieren.

Nun aber zum “Zitat”….

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Das Imperium legt nach

Math-Teacher-Skills

Math-Teacher-Skills

Angemessene Dienstkleidung für Lehrer: dieser Vorschlag für das neue Schulgesetz geht demnächst an den Petitionsausschuss des Landtages. Experimentierfreudig teste ich nun fast monatlich die Wirkung ausgesuchter Devotionalien auf meine Pubertanten. Vor den Ferien kam dieses Prachtstück zum Einsatz. Jedoch mit erhöhtem Anspruchsniveau: die Botschaft versteckt sich fremdsprachlich und dann noch auf dem Rücken. Die Wirkung war ernüchternd: nahe Null. Einzige intelligente Bemerkung in der Achten: Es soll “Meth-Teacher” heißen. Die Rückenbotschaft konnte tatsächlich nur von meinen Englisch-Kolleginnen inhaltlich und umfänglich dechiffriert werden und wurd auch prompt mit einem mitleidigen Lächeln quittiert.

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Hattie reloaded

Hallo zu Hattie?

Hallo zu Hattie?

Heute muss man bei jedem Thema auf die Hattie Studie verweisen: Die Hattie Studie – ist eigentlich nichts weiter als eine Zusammenfassung vieler Untersuchungen (Metaanalysen) die alle schon bekannt waren. Hattie galt und gilt als DIE SENSATION – in Fachkreisen. Alle Maßnahmen werden bei Hattie mit d (Effektstärke) bewertet, je größer d desto besser der Einflussfaktor auf die Leistung. Ein d zwischen 0,0 bis 0,40 gilt als schwach (älter werden und Lehrereffekt ohne Unterricht genauso stark). Mathematisch gesehen ist d der Anteil des Mittelwertunterschiedes an der Standardabweichung. Jedoch muss dabei immer an eines denken: empirische Durchschnittsresultate (Effektstärke d) zeigen nur, wie gut oder schlecht es bislang gelungen ist, diese Methode (also diesen Faktor) zu realisieren. Diese Ergebnisse zeigen nicht, was man damit bei weiterer Optimierung erreichen kann.

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Ist Pi normal?

Du auch?

Du auch?

Mein Geburtsdatum (TTMMJJJJ) steht an Position 23135166, gezählt von der ersten Stelle nach dem Komma. Außerdem tritt die Zahlenfolgen nur einmal in den ersten 200 Millionen Nachkommastellen von Pi auf.

Die Folge 0815 taucht übrigens an Position 25.256 auf. Und um 12345678 zu finden, muss man bis zur Nachkommastelle 186.557.266 gehen. Immerhin sind schon 12 Billionen Stellen von Pi bekannt… Wem solche sinnbefreiten Informationen Lebensfreude bereiten: hier kann man “forschen”

Das Internet und ich

Wenn Sie heute auf dem Klo sitzen und reißen das letzte Blatt ab, sind Sie doch irgendwie enttäuscht, wenn da nicht eine Internet-Adresse draufsteht und Sie zum Klopapier vertiefende Informationen anfordern können.

Friedrich Küppersbusch (*1961), dt. Journalist u. TV-Moderator

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Finnland macht nachdenklich: Handschrift ade?

Navigation fehlt

Navigation fehlt

Neue Osnabrücker Zeitung, 27.12.2014:  Ab Herbst 2016 wird in den Grundschulen Finnlands keine zusammenhängende Handschrift mehr unterrichtet. Für Notizen mit Hand sollen die Schüler nur Druckbuchstaben erlernen.

„Handschrift zu benutzen und vor allem die Buchstaben miteinander zu verbinden ist für viele Schüler schwer“, begründet Minna Harmanen vom finnischen Ausbildungsamt den Bruch mit der Schultradition. Als Lehrerin der Mittelstufe und am Gymnasium habe sie festgestellt, dass vielen Schülern schon heute die zusammenhängende Schönschrift so lästig ist, dass sie ihre Arbeiten oft in Druckbuchstaben verfassen.

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Minecraft als Schulfach!

Mein Weihnachtsgeschenk 2014 (Danke Felix!)

Mein Weihnachtsgeschenk 2014 (Danke Felix!)

Die Nachricht machte mich schon etwas “wuschig”: für 180 Schüler (Alter: 13) der “Viktor Rydberg Schule” in Stockholm ist Minecraft Unterrichtsfach. Minecraft (als digitale Version von Lego – scnr) bietet trotz (oder wegen) seiner minimalistischen Blöcke traumhafte Andockmöglichkeiten für so ziemlich alle (streng voneinander abgegrenzten)Schulfächer.

Jetzt “spielen” dort in Schweden alle Schüler der siebenten Klassen IN DER SCHULE und sind Teil eines multidisziplinären Projektes. Die Themen laufen durch die Chemie, Physik, Biologie über die Gemeinschaftskunde und natürlich Schweden. Ein Teil des Projektes: die Schüler bauen ZUSAMMEN(!) eine Stadt der Zukunft mit klimafreundlichen Lösungen, untersetzt mit Wissen aus dem Unterricht.

Ich finde bereits die Unterstützung des räumlichen Denkens genial, die enorme freigesetzte Kreativität, ebenso wie die Möglichkeiten sich endlich unter einem Kubikmeter etwas vorzustellen oder Würfelvolumina zu verdoppeln… und überhaupt: Kombinatorik (!).

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Schloss Salem: die Elite geht off – zeitweise

Konzentration auf das Wesentliche

Konzentration auf das Wesentliche

Eine Meldung auf SPON (Spiegel-Online): Die Privatschule Salem nahe dem Bodensee in Baden-Württemberg hat seit Oktober eine stringente Regel: die 250 Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen müssen um 21.30 Uhr ihre Smartphones, MP3-Player, Laptops und Tablet-PCs abgeben. Ihre Handys erhalten die 13- bis 17-Jährigen am darauffolgenden Tag nach dem gemeinsamen Mittagessen um 14.15 Uhr zurück. Ihre Laptops und Tablets dürfen sie bereits zum Unterrichtsbeginn wieder nutzen.

Es handele sich um den Versuch, die Schüler “in ein engeres Korsett hineinzubringen”, sagt Pressesprecher Hartmut Ferenschild. Da Schloss Salem eine Privatschule ist, kann die Leitung eine solche Regel leichter einführen als öffentliche Schulen. 640 Schüler besuchen das Internat Salem, Kosten: knapp 35.000 Euro pro Jahr. Für die Unterstufenschüler der Klassen fünf, sechs und sieben gilt schon seit jeher ein generelles Handy- und Internetverbot. Sie dürfen sich lediglich für eine Stunde pro Tag ein Gerät ausleihen und damit telefonieren, SMS schreiben oder unter Aufsicht im Netz surfen.

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Mathe Style: das Imperium schlägt zurück

Vorderansicht

Vorderansicht

Auf Klassenarbeiten sollte man sich vorbereiten, vor allem modisch. Eine Idee habe ich schon lange vor mir her geschoben: ein kackfreches T-Shirt um die Pubertanten etwas aufzumuntern vor so einer harten Aufgabe. Nun ist es da, Montag bei Shirtinator bestellt und heute rechtzeitig – 2 Tage vor dem Großereignis – eingetroffen. Also werde ich Freitag in der zweiten Stunde mich entblättern und mein (üblicherweise) schwarzes Hemd langsam aufknöpfen und ihnen den vollen Anblick gönnen. Natürlich sollen sie auch ihre gespielte Wut kurz kanalisieren, ich werde mich nach reichlichem Genuss der Situation dann langsam umdrehen…

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Die Weltkarriere bleibt versagt

Für die Tonne

Für die Tonne

Meine derzeitige Achte in Mathe benötigte etwas Motivation für die so unsagbar weltveränderenden binomischen Formeln. Die Synapsen in meinem Hirn befeuerten sich gegenseitig in einer Art “4-S Brainstorming” (4S: Speed – Silly – Synergy – Suspend Jugdement) – Norm Green wäre stolz auch mich! Das Ergebnis: morgens auf der Fahrt im Auto geübt und im Klassenraum mittels iPad und druckvollen Lautsprechern gleich zu Beginn der ersten Stunde eines Freitags vorgetragen: alle drei binomischen Formeln auf die Karaoke-Version von “Highway to hell” von AC/DC gesungen. Passt wie die Faust aufs Auge. Musikalische Früherziehung inklusive. Große Augen, Grinsen und Applaus. Ob es dann geholfen hat sehen wir am Freitag dieser Woche: dicke fette Klassenarbeit.

Die Idee die Nummer als Klasse zu (neudeutsch) “performen” und per Video und youtube für die DSDS-geschädigten Generationen bereit zu stellen war sofort im Raum. Also….

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