Pädagogische Freiheit?

Wiederbelebung des pädagogischen Ethos

Wiederbelebung des pädagogischen Ethos

Endlich ist sie da: die Methodenbox von Dennis Sawatzki zum „Kooperativen Lernen“. Dennis und ich durften am letzen von Norm und Kathy Green gehaltenen Kurs zum Greentrainer teilnehmen. U.a. auch aus dieser Zeit rührt unsere gemeinsame Begeisterung für das SYSTEM des kooperativen Lernens und für eine vernünftige Einordnung (es ist KEIN Allheilmittel). Dennis spricht mir in seinem Begleitheft zu der Box aus der tiefsten Seele. Wir hören so oft das „Argument“ der pädagogischen Freiheit. Inzwischen habe ich für mich erkennen müssen, sobald jemand diese Worte in den Mund nimmt ist es fast immer ein Tarnung für pädagogische Willkür, Methodenmontonie und gar mangelnde Vorbereitung. „Begrenzt die eigene pädagogische Einschränkung nicht gerade die pädagogische Freiheit?… zu dieser Verantwortung gehört, seinen eigenen Unterricht immer wieder aufs Neue zu hinterfragen“

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Klassenarbeit Mathe Kl.9: BEST OF SCHÜLERSPRECH

Scharfrichter

Scharfrichter

Der Tag der Abrechnung ist immer grausam. Eine dicke fette Klassenarbeit über ein gesamtes Stoffgebiet – in diesem Falle lineare Gleichungssysteme. Zunehmend kommen mir Zweifel, ob der „Prüfende“ auch der „Unterrichtende“ sein sollte. Zu groß ist die Verlockung TTTT (Teaching To The Test) zu betreiben, bislang konnte ich ihr hoffentlich widerstehen. Aber immer wieder schön – nahezu anmutig – sind die Erkenntnisse meiner SuS (tolle Abkürzung! – nicht) in diesen Arbeiten. Ja, sie kämpfen, sie setzen sich damit auseinander. Einige können sich richtig gehend verbeißen und kommen auf den ungewöhnlichsten Wegen zum Ergebnis – das nennt man wohl neudeutsch Problemlösekompetenz (Würg). Vielleicht haben aber auch Schaklyn, Atomfried, Bruce Willis (als John McLane) und Samuel L. Jackson (als Zeus) sie motiviert. Ein kleine Auswahl aus der letzten Arbeit:

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Phrasen dreschen

Sprach-Schafe

Sprach-Schafe

Der „Stern“ brachte mich heute auf „den Trichter“, es haben sich derart viele sinnentleerte Worthülsen in unsere Kommunikation geschlichen – nennen wir es „Dummsprech“. Floskeln, gedankenlos dahingesagte Phrasen, die aus Unternehmensberatungen, Maklermilieus oder Castings kommen. Man gibt sich „lässig“ –  für mich inzwischen „overused“ und nur noch DÄMLICH. Eine kleine Hitliste (auch um mich mal wieder daran zu erinnern):

  • Damit bin ich okay
  • Ich bin ganz bei dir.
  • Ein absolutes No-Go
  • Suboptimal
  • zeitnah
  • zielführend
  • fußläufig
  • Ergebnisoffen diskutieren

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Paducation?

Spiderapp auf meinem alten iPad2

Spiderapp auf meinem alten iPad2

Natürlich wäre es für unsere Pubertanten eine coole „Nummer“: iPads im Unterricht. Motivationstechnisch nahezu unschlagbar. Es gibt eine Menge Dinge die dafür sprechen: der Geräte-Zoo im Computerfachraum wird unnötig, auf Exkursionen könnte der „Computer“ mit gehen, die Startzeit ist enorm kurz, der „Computer“ passt sich dem Unterricht an (und nicht umgekehrt), mir fallen sogar Worthülsen (Fahnenwörter) ein: Partizipation statt Rezeption. Ich selbst LEHRE mit dem Ding sehr entspannt (Videos streamen, Folien beamen, Tongenerator, dB-Messen, Experimente filmen und auswerten, Tafelbilder festhalten, Zensuren eintackern, nebenbei eMails checken…, ab und an dämliche Sounds abspielen… ). Ich habe nur einige schmerzhafte Befürchtungen…

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Eigendynamik geschlossener Systeme: Unterrichtsentwürfe

Da werde ich zum "Weißen Wanderer"

Da werde ich zum „Weißen Wanderer“

Sie trudeln am Vorabend (Deadline 18:00 Uhr – aus Verständnis für die „Opfersituation“) einer Hospitation bei mir ein: Unterrichtsentwürfe. Diese haben inzwischen einen Umfang angenommen, dessen Aufwand-Nutzen-Verhältnis völlig verzerrt ist… zur Aufwandsseite. Natürlich ist es unbestritten: sein Fach, die Didaktik, methodische Spielarten und Sozialformen MUSS MAN(n) beherrschen. Der Augenblick der Wahrheit kommt jedoch beim eigentlichen „Showdown“: Live-Stunde. Das (neudeutsch) Standing vor/in der Klasse, die Klaviatur der Interventionsmöglichkeiten (wenn notwendig, dann aber angemessen und konsequent) und vor allem das schnelle „Umbauen“ im Kopf, wenn es anders als geplant läuft: das ist Tagesgeschäft in der Schule. (wer weiterliest, „darf“ auch noch ein BelohnungsQuiz absolvieren…)

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Der Blinde Fleck und das Essen

Ich habe es WIEDER getan...

Ich habe es WIEDER getan… 14.3. Elmshorn

Es gibt von den Psychologen Joseph Luft und Harry Ingham zur Selbst- und Fremdwahrnehmung das berühmte JoHari-Fenster. Dieses Fenster hat 4 Bereiche. Einer davon ist der Blinde Fleck – dort geht es um die Anteile des Verhaltens, die nur andere wahrnehmen und die ich nicht kenne. Wie gut, dass man gelegentlich (öfters) sein eigenes Verhalten durch Schüler gespiegelt bekommt. Eines meiner Mathe-Asse aus der 8. Klasse sagt letzte Woche zu mir: „Herr Upahl, wissen Sie eigentlich, dass alle Ihre Aufgaben in irgendeiner Form mit Essen zu tun haben?“. Da musste ich kurz inhalten und mein eigenes „Tun“ reflektieren – und zum freudigen Entsetzen auf meiner Seite: Philipp hat Recht.

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BeNutzen – Analysieren – Gestalten

Benutzen Analysieren Gestalten

Benutzen Analysieren Gestalten

Als erstaunlich praktikable Gestaltungsidee für Unterricht eignet sich im Allgemeinen das Prinzip Benutzen, Analysieren, Gestalten. In der ersten Phase, dem Benutzen, verwenden die Pubertanten Informatiksysteme, Formeln, Gleichungen oder ausformulierte Algorithmen. Mit den so gesammelten Erfahrungen wird nun in der zweiten Phase, dem Analysieren, der Aufbau und die Arbeitsweise des Programms, der Formel, der Gleichung oder des Algorithmus untersucht. Dadurch werden die Voraussetzungen geschaffen, um in der dritten Phase Gestalten, Lösungen selbstständig finden und die untersuchten Systeme, Formeln, Gleichungen oder Abläufe in neuen Zusammenhängen sinnvoll einsetzen.

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